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Preisträgerin 1998: Schule Brühl Solothurn

Die Schule Brühl an der Brunngrabenstrasse ist die Primarschule (1.-6. Schuljahr) für die Weststadt von Solothurn, wo rund ein Drittel der Bevölkerung lebt. Die Schule umfasst 15 Klassen mit knapp 300 Kindern. Das Schulhaus wurde 1992 eingeweiht und ist schon ausserlich auffallig (Architekt: Markus Ducommun): Es bildet einen grossen ovalen Baukörper mit zwei Etagen, die Klassenzimmer und die Spezialraumlichkeiten auf der Aussenseite, die Doppelturnhalle und die Aula (in Form eines Amphitheaters) liegen abgesenkt im Zentrum, innerhalb des ovalen Ganges, der alles verbindet.

Die Primarschule Brühl ist eine teilautonome, "geleitete Schule" (so die solothurnische Bezeichnung). Ein grosser Teil des Lehrkollegiums und des Hauspersonals arbeitet seit der Eröffnung zusammen. Seit 1995 hat die Schule ein umfassendes Leitbild, das die Padagogischen Leitideen prazisiert und unter anderem eine umfassende Mitbeteiligung der Schülerinnen und Schüler vorsieht.

An der Schule Brühl wird das Modell "Just Community" (gerechte Gemeinschaft) verwirklicht, welches der amerikanischen Psychologe Lawrence Kohlberg (1927-1987) begründet hat. Zentrales Anliegen ist die Bildung des moralischen Urteilsvermögens bei den Kindern: Sie sollen verantwortliches Handeln in ihrem Alltag anwenden, selber entscheiden können und für die Entscheidungen einstehen. Wichtige Instrumente dazu sind die wöchentlichen Klassenrate in jeder Klasse (hier werden die internen Regeln ausgehandelt und Konflikte bereinigt) sowie die Vollversammlungen der ganzen Schule. In der Aula des Brühlschulhaus finden pro Jahr 5 bis 6 Vollversammlungen aller 300 Mitbeteiligten statt. Im Zentrum steht jeweils ein vorweg angekündigtes Hauptthema, zum Beispiel Pausenplatzgestaltung, Quartierfest oder Abfallentsorgung. Die jeweilige Versammlung wird von einer Interessengruppe mit rund 12 Kindern und Lehrpersonen vorbereitet.

 

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